Liz Taylor verkörperte sie… viele andere Frauen würden es ihr gerne nachtun…
Unser „Best of Bible, Olymp & Co.“ widmet sich heute einer schillernden weiblichen Persönlichkeit, um die sich viele Legenden und Mythen ranken: Kleopatra.
Im kollektiven Gedächtnis verankert als die Herrscherin, deren Charme Caeasar und Antonius, die mächtigsten Männer des letzten Jahrhunderts vor Christus, erlagen. Lag es an den regelmäßigen Badesessions in Eselsmilch? Das wird die Geschichtswissenschaft wohl nie herausfinden…

Kleopatra, geboren 69 v. Chr. als Tochter des reichsten Mannes der Welt, König Ptolemaios XII., wurde das Streben nach Macht vermutlich schon in ihre Wiege gelegt. Nach dem Tod ihres Vaters tritt die damals 18-jährige Kleopatra zusammen mit ihrem 10 Jahre alten Bruder die Macht im Königreich Ägypten an. Mit der Heirat ihres Bruders sichert sie sich vorerst den ägyptischen Thron – sie hält das Zepter in der Hand, der Bruder legitimiert und festigt ihre Macht. Drei Jahre ist es scheinbar ruhig, dann greift auch ihr Bruder und Ehemann mit seinen Beratern nach der Herrschaft im Land am Nil: Kleopatra flüchtet ins Exil nach Syrien.
Als Pompeius, der römische Widersacher Caesars, in Alexandrien ermordet wird, wittert Caesar seine Chance und setzt sich in Alexandrien fest. Nun kommt wieder Kleopatra ins Spiel: eingewickelt in einen Sack, in dem verschmutzte Wäsche transportiert wird (manche sagen auch, es war ein Teppich) wird sie in den Palast zu Caesar geschmuggelt – nun muss sie den römischen Kaiser nur noch für sich einnehmen. Ihr Bruder und Ehemann Ptolemaios XIII. und seine Berater proben den Aufstand, während Caesar und Kleopatra im Palast eingeschlossen sind und Kleopatra vermutlich ihre historisch nicht belegbaren weiblichen Reize spielen lässt.
Als römische Truppen in Alexandrien eintreffen, dauert es nicht lange, bis der Aufstand niedergeschlagen ist  – Caesar installiert Kleopatra als Königin am Nil.
Um ihre Macht zu sichern, heiratet sie ihren zweiten Bruder, der kleine Caesarion  ist zu diesem Zeitpunkt bereits gezeugt. Als „kleiner Caesar“ lässt sein Name keinen Zweifel über die Frage nach dem Vater…
44 v. Chr. wird Caesar an den Iden des März (nach heutiger Zeitrechnung der 15. März) von und im Senat erdolcht – Kleopatra muss in seinem Nachfolger Antonius einen neuen starken Verbündeten suchen. Auch hier verlässt sie sich auf ihre Verführungskunst – die Legende weiß zu berichten: nackt und nur mit ein paar Perlenketten behängt präsentiert sie sich aphroditengleich Antonius, der den Reizen nicht widerstehen kann. Beide werden ein Paar, lassen sich, wie im Osten üblich, als Götter  verehren. Für die im Gegensatz dazu bescheidenen Römer bietet das Verhalten Anlass für Klatsch und Tratsch und letzten Endes genug Grund für Zweifel an Kaiser Antonius.
Octavian, der Widersacher Antonius‘, erklärt Kleopatra und damit auch Antonius im Jahr 30 v. Chr. den Krieg. Das luxusliebende Paar flüchtet nach Ägypten, aber das Ende naht. Als absehbar ist, das der Krieg für beide verloren ist, erdolcht sich Antonius – und auch Kleopatra begeht Selbstmord. Aber wie? Das ist eine Frage, die selbst Eduard Zimmermann zu Lebzeiten in Aktenzeichen XY nicht zu klären vermochte. Es kursiert die Legende, dass sie sich eine Giftschlange an die Brust setzte und an deren Biss starb – aber wer weiß, vielleicht ist das nur der Versuch, die Geschichte einer der unwiderstehlichsten Frauen der Geschichte durch einen sinnlichen Selbstmord noch faszinierender zu machen? Falls ja: Glückwunsch, hat funktioniert. Kleopatra übt bis heute eine ungebrochene Faszination aus, insbesondere natürlich auf Künstler.

GG 479

Detail aus Rosso Fiorentinos „Sterbender Kleopatra“, um 1530, Herzog Anton Ulrich-Museum

Das Herzog Anton Ulrich-Museum besitzt ein wunderschönes Kunstwerk, das genau diese Legende zeigt: Die „Sterbende Kleopatra“ nach dem Schlangenbiss. Der italienische Künstler Rosso Fiorentino hat den Tod der Herrscherin am Nil gekonnt in Szene gesetzt.

Titelabbildung: Sara Bernhardt als Kleopatra, fotografiert von Napoleon Sarony 1891

 

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