Sie möchten sich einen Hauch barocke Eleganz mit dem gewissen Etwas nach Hause holen? Dann haben wir heute einen ganz besonderen Tipp für Sie:
Probieren Sie doch einmal, Ihre Bilder in barocker Manier an die Wand zu hängen.
Fürsten, Herzöge und Kaiser legten zu Zeiten von König Ludwig XIV. von Frankreich, August dem Starken in Dresden, Kaiserin Maria Theresia von Österreich oder Friedrich d. Großen von Preußen besonderen Wert auf die Repräsentation und die Selbstdarstellung. Ein Mittel zum Zweck war dabei im 17. und 18. Jahrhundert die Einrichtung von Galerien, die den Kunstsinn und Reichtum des jeweiligen Regenten zeigen sollten. Umfangreiche Gemäldesammlungen wurde wandfüllend in den Galerien präsentiert – teilweise wurden Bilder verkleinert oder vergrößert, um in das Hängesystem zu passen. Die Werke wurden dabei dicht an dicht und ohne Rücksicht auf moderne Kriterien wie Entstehungszeit oder Nationalität des Künstlers nebeneinander platziert. Zielgerichtete Ankäufe trugen dazu bei, das Puzzle zu vollenden.
Um das ambitionierte Ziel einer symmetrischen Hängung mit prominenten Werken in einer zentralen Mittelachse zu erreichen, wurden gezielt „Füllstücke“ gesammelt, die zwischen die wichtigeren Werke gehängt werden konnten – so entstand ein Gesamtkunstwerk aus Architektur und Gemälden.
Wenn Sie also das nächste Mal den Flohmarkt durchstreifen – schauen Sie sich das Angebot genau an – wer weiß, vielleicht finden Sie ja auch das ein oder andere Füllstück für Ihre eigene kleine Barock-Galerie.

Bevor Sie beginnen, Ihre Gemälde, Urlaubsfotos oder Kinderzeichnungen wandfüllend im Wohnzimmer anzubringen noch ein kleiner Tipp: Achten Sie auf die Rahmentiefe und Breite – um ein stimmiges Gesamtkunstwerk zu schaffen, sollten auch die Rahmen aufeinander abgestimmt sein. Es wäre ungünstig, wenn ein sehr breiter und tiefer Rahmen das benachbarte Kunstwerk dominiert und so ein Ungleichgewicht in Ihre Galerie bringt.

Wenn Sie das Kunststück geschafft haben, werden Sie Ihre Freunde evt. darauf ansprechen, denn eine wandfüllende Galerie kann die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich ziehen und rückt Sie als Schöpfer dieser eindrucksvollen Installation in den Mittelpunkt. Dann können Sie einfach den Ursprung der Idee erklären und auch direkt einen Vergleich einfließen lassen:

„Die Wandgestaltung lehnt sich an die repräsentativen Gemäldegalerien des Barock an. Mit der wandfüllenden Hängung der Kunstwerke ist diese Einrichtungsweise sehr imposant, vor allem, wenn man es sich in großen Galerieräumen vorstellt. Auch heute noch kann eine solche Hängung in einigen Kunstmuseen betrachtet werden, so unter anderem im Herzog Anton Ulrich-Museum. Hier ist im Rahmen der Neueinrichtung der Gemäldegalerie ein Raum in ähnlicher Weise gestaltet (allerdings ohne die kostbaren Werke zu beschneiden oder zu vergrößern). Er lehnt sich wiederrum an die Einrichtung der ursprünglichen Galerie Herzog Anton Ulrichs im Schloss Salzdahlum an.“

Abbildung: Schematische Wandansicht aus der Galerie im ehemaligen Schloss Salzdahlum, Digitalisierung: HAUM.

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