„The Game is on!“… und zwar am 28.3. um 21:45 Uhr im Ersten. Denn da flimmert endlich die neueste Sherlock-Folge über die deutschen Fernsehschirme. Das Christmas-Special, das bereits am 1. Januar im britischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, trägt den vielversprechenden Namen „Die Braut des Grauens“. Das Besondere dabei: Unser Lieblingsdetektiv wird in diesem Serienspecial in die viktorianische Zeit katapultiert, genauer gesagt ins Jahr 1895. Nikotinpflaster werden gegen die Pfeife getauscht, die Locken weichen den zurückgegelten Haaren und Pferdekutschen traben entlang der Baker Street.

Wir geben es zu: Unter den Musen hat sich in den letzten Jahren eine wahre Fan-Base entwickelt, wir konnten einfach nicht bis zur deutschen Erstausstrahlung warten, sondern haben uns schon im Januar an der englischen Folge ergötzt. Davon sollen auch unsere Blogleser profitieren, denn wir machen Sie mit dem aktuellen „How to impress…“-Beitrag fit für die nächste Sherlock-Folge – und das ganz ohne Spoiler!

Was hat das Serien-Special mit Kunst zu tun, fragen Sie sich nun? Der Teufel steckt im Detail. Achten Sie in Minute 07:55 auf die Wanddekoration in der Baker Street 221b. Hier ist nämlich die Illustration „All is Vanity“ (1892) des amerikanischen Grafikers und Malers Charles Allan Gilbert zu sehen, die nicht nur ein sogenanntes „Vexierbild“ ist, sondern darüber hinaus auch noch ein typisches Vanitas-Motiv zeigt.

Sollten Sie am Ostermontag nicht alleine gebannt vor dem Fernseher sitzen, bietet sich also mal wieder eine fantastische Gelegenheit, mit ein bißchen Hintergrund-Wissen um Kunst Freunde und Familie zu beeindrucken. Und zwar folgendermaßen: Sie lehnen sich lässig zurück, setzen Ihr schönstes Kunst-Kenner-Lächeln auf und sagen:

„Ach, wie meisterhaft! Habt Ihr gerade das Vexierbild an der Wand gesehen? Das war „All is Vanity“ („Alles ist Einbildung“), eine Illustration des amerikanischen Künstlers Charles Allan Gilbert aus dem Jahre 1892. Es handelt sich dabei um eines der bekanntesten Vexierbilder überhaupt, es ist unzählige Male kopiert worden. Ihr kennt eine Reproduktion davon vielleicht vom Cover des Albums „Retro Active“ von Def Leppard aus dem Jahr 1993. Das faszinierende an Gilberts Illustration ist, dass es nicht nur ein Vexierbild darstellt, sondern auch ein typisches Vanitas-Motiv, das die Vergänglichkeit des Lebens vor Augen führen soll. Ich muss dabei immer an den Kupferstich „Wappen mit Totenkopf“ von Albrecht Dürer denken, der ein Liebespaar mit Totenschädel zeigt. Auch hier wird in einer scheinbar harmlosen Szene die Vergänglichkeit des Lebens angedeutet. Wenn der Dürer das nächste Mal im neuen Herzog Anton Ulrich-Museum ausgestellt wird, müssen wir uns den Kupferstich unbedingt mal anschauen.

Duerer_Totenschaedel

Mehr sollten Sie Ihrem Umfeld in diesem Moment nicht zumuten, schließlich ist Sherlock noch nicht am Ende des Falles angekommen. Falls Sie aber danach nach ihrem Kunstwissen gefragt werden sollten – im Sinne von: Was hast Du da vorhin erzählt? Vexierbild? Vanitas? -, geht es hier nochmal zu unserem Wiki-Beitrag zu „Vanitas“. Vexierbilder sind schnell erklärt: Es handelt sich um Suchbilder, die so konstruiert sind, dass sich verborgene Bildinhalte erst auf den zweiten Blick zu erkennen geben – das Beispiel von Gilbert demonstriert das Prinzip sehr deutlich.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim neuen Sherlock!

P.S.:
Ob diese Vanitas-Darstellung eine Anspielung auf Sherlocks oder Moriartys Schicksal in der kommenden Folge sein soll, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten!

 

Bildnachweise:
Abbildung oben: Charles Allan Gilbert, All is Vanity, 1892, Foto: Wikipedia
Abbildung unten: Albrecht Dürer, Wappen mit Totenkopf, 1503, Fotowerkstatt HAUM

 

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2 thoughts on “How to impress … in Minute 07:55 bei Sherlock!

  1. Als sherlock ließe mich meine Kombinationsfähigkeit stutzig werden lassen, wenn im Jahre 1885 plötzlich ein Bild aus der Zukunft hängt 😉

    1. Lieber Gerd Dussel, danke für den Hinweis. In all der Sherlock-Euphorie hat sich ein Tippfehler eingeschlichen: Gemeint war natürlich das Jahr 1895. Herzliche Grüße von Thalia

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