Das Museum

Das Herzog Anton Ulrich-Museum zählt zu den ältesten Museen Europas. Seine Eröffnung im Jahr 1754 ist auf einen Herrscher zurückzuführen, dem die Mehrung von Wohlstand und Bildung im Herzogtum Braunschweig ein zentrales Anliegen war: Herzog Carl I. von Braunschweig-Lüneburg. Benannt ist das Museum nach dem Vorgänger von Herzog Carl I., Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Lüneburg, einem leidenschaftlichen Kunstsammler, der den Grundstein für die Sammlungen legte und einen großen Teil der bedeutendsten Kunstwerke des Museums angekauft hat.

Kupferstich des ehemaligen Schlosses Salzdahlum
Kupferstich des ehemaligen Schlosses Salzdahlum

Die Öffnung der umfangreichen „Herzoglichen Kunst- und Naturaliensammlungen“ durch Carl I. für die Bevölkerung war ein Akt der Aufklärung, stand jedoch gleichzeitig noch ganz in der Tradition der barocken fürstlichen Prachtentfaltung. So diente die Ausstellung prachtvoller Kunstwerke von namhaften Künstlern oder fernöstlicher Raritäten nicht nur der Weiterbildung der eigenen Untertanen, sondern auch als Signal ins In- und Ausland:
Wir sind wer!


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Abb.: Büste des Museumsgründers Herzog Carl I.

 

Nach mehreren Umzügen fanden die Kunstsammlungen, die im 19. Jahrhundert von den naturkundlichen Sammlungen getrennt wurden (das heutige Staatliche Naturhistorische Museum), in einem eigens für sie errichteten Museumsgebäude ein neues Zuhause. Das vom renommierten Architekten Oskar Sommer errichtete Gebäude wurde 1887 eröffnet. Rund 100 Jahre später, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, war das Museum endgültig an seine Grenzen gelangt. Hoffnungslos veraltete Technik, Schäden in der Bausubstanz und Platzmangel – neben der 190.000 Kunstwerke umfassenden Sammlung und den Ausstellungsräumen mussten inzwischen auch 40 Mitarbeiter in dem Gebäude Platz finden – machten eine Sanierung und Erweiterung unumgänglich.

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Abb.: Die entkernten Räume der Gemäldegalerie im 1. Obergeschoss des Museums

Im Sommer 2008 begann mit der Errichtung eines neuen Funktionsgebäudes im Museumspark, direkt hinter dem Museum, der erste Teil der Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen. Rund 32 Millionen € investiert das Land Niedersachsen als heutiger Träger in die Zukunft des Kunstmuseums. Nach dem Umzug des Kupferstichkabinetts, der Bibliothek, der Werkstätten, Depots und der Verwaltung in den neuen Trakt begannen 2013  im zweiten Schritt die Sanierungsmaßnahmen am Oskar-Sommer-Museumsgebäude. Modernste Ausstellungstechnik, rund 800 m² zusätzliche Ausstellungsfläche, neue Servicebereiche mit Café und Museumsshop sorgen dafür, dass das Herzog Anton Ulrich-Museum nach der Neueröffnung im Oktober 2016 mit gesundem Selbstvertrauen vertreten kann:
Wir sind wieder da!

Das Herzog Anton Ulrich-Museum mit seinem Erweiterungsbau
Das Herzog Anton Ulrich-Museum mit seinem Erweiterungsbau

 

Die Kunstsammlungen des Museums

Die Kunstsammlungen des Herzog Anton Ulrich-Museums zählen zu den bedeutendsten Sammlungen frühneuzeitlicher Kunst. Weltweit.
In Deutschland gehört das Museum aufgrund der exquisiten Bestände zu den Top 20 der rund 700 Kunstmuseen. Die Liste der in der Sammlung vertretenen Künstler liest sich wie ein Who is Who der Kunstgeschichte: Rubens, Rembrandt, Vermeer, Cranach, Dürer, Hohlbein, tom Ring, Giorgione, Palma Vecchio, Rosso Fiorentino, Permoser, Goya und Picasso sind nur eine Handvoll der namhaften Meister, die sich in den Braunschweiger Kunstschätzen finden. Die rund 190.000 Werke setzen sich aus allen Kunstgattungen zusammen: Gemälde, Graphik, Skulpturen, Porzellan und Majolika, Prunkmöbel, Münzen und Medaillen, Emails, feinste Spitzen oder asiatische Lackarbeiten – wir haben alles von Altägypten bis heute. Auf höchstem Niveau.

Albrecht Dürer, Der verlorene Sohn, Kupferstich um 1496

Abb.: Albrecht Dürer, Der verlorene Sohn, Kupferstich um 1496

 

Die Stärke unserer Sammlung liegt, neben der hohen Qualität der Kunstwerke, in ihrer Struktur. Sie ist im Kern eine fürstliche Schöpfung des barocken Zeitalters, geprägt von den Vorlieben und Interessen ihrer Gründer. Ergebnis: Das pralle Leben! Ob antike Sagen und Mythen, Szenen aus der Bibel, historische Ereignisse, Stillleben oder Genremalerei: bildgewaltig und bewegend erzählen unsere Kunstwerke vom menschlichen Ringen mit Liebe und Leid, Mitgefühl und Neid, Moral und Unmoral, Macht und Ohnmacht, Leben und Sterben. Themen, die nicht nur Herzog Anton Ulrich und Herzog Carl I. angesprochen haben, sondern bis heute die ganze Menschheit bewegen. Und es weiterhin tun werden. Damit stehen wir mitten im Leben, dank unserer exquisiten Kunstwerke weit über die Grenzen Braunschweigs und Niedersachsens hinaus.
New York, Paris, Madrid, Wien, Tokyo: Die großen Museen der Welt benötigen für Sonderausstellungen Kunstwerke Alter Meister?
Wir sind gefragt.

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Abb.: Unsere „Sterbende Cleopatra“ von Rosso Fiorentino
als Werbemotiv am Flughafen von Florenz

 

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