… something borrowed and something blue, sollen laut einem alten Aberglauben Bräuten Glück bringen bei ihrer Hochzeit. Nein, heiraten will unser Museum nicht. Aber es ist schon eine Art von Beziehung, die wir mit unseren Besuchern eingehen. Wir verfolgen ein klares Ziel mit der Konzeption der neuen Ausstellungsräume: unsere Besucher zu verführen. Verführen zum Kunstgenuss mit allen Konsequenzen. Zum Schmunzeln und Grübeln, zum Mitfühlen und Träumen, zum Lieben und Hoffen. Aber auch, das geben wir zu, zum Aufsaugen von Wissen.
Unsere Beziehung zu unserem Publikum unter einen guten Stern zu stellen, kann also nicht schaden. Wie gut, dass wir für das eingangs erwähnte alte Sprichwort alle Ingredienzien zusammen haben. Ein gelungenes Zusammenspiel von Alt und Neu könnte man als das Motto der Sanierung und Neueinrichtung bezeichnen. Greifen wir nur ein kleines Detail heraus, das Thema Vitrinen. Im Bereich der Angewandten Kunst, in dem viel mit Vitrinen gearbeitet wird, kommen sowohl speziell für uns angefertigte neue Vitrinen zum Einsatz als auch die eleganten alten Holzvitrinen, die noch aus der Entstehungszeit des Museums (1884) stammen. Letztere wurden bei der Schließung des Museums sorgfältig ausgebaut, während der Sanierung zwischengelagert und kürzlich an ihren angestammten Plätzen wieder aufgebaut. Zur Zeit werden sie aufwändig von einem Tischler bearbeitet, damit sie bei der Wiedereröffnung in neuem Glanz erstrahlen können.

IMG_2025_640x520px

Die Entscheidung, die historischen Vitrinen wieder einzusetzen, fiel uns sehr leicht. Sie sind Ende des 19. Jahrhunderts in einem zeitlosen Design entworfen worden und bieten damals wie heute eine ideale Präsentationsmöglichkeit für Objekte aus den Bereichen Majolika und Porzellan. In anderen Bereichen hingegen werden nicht nur einzelne Vitrinen, sondern komplette Vitrinenlandschaften neu gebaut. Kürzlich wurden erste Entwürfe für diese neuen Vitrinen von unseren Kuratorinnen und Restauratorinnen kritisch unter die Lupe genommen.

IMG_8527_cut_640x520px

Alt und neu können wir also abhaken. Blau ebenfalls, sogar in diversen Varianten, ob als Farbe in Kunstwerken oder als Wandfarbe in den neuen Galerieräumen. Etwas Geliehenes zu finden hat uns etwas in Stress versetzt. Aber dann fiel uns ein: Einige der Kunstwerke, die in den neuen Ausstellungsräumen gezeigt werden, sind Dauer-Leihgaben, sprich nicht unser Eigentum. Das sollte zählen, finden wir. Bedingungen erfüllt – also steht einer dauerhaft glücklichen Beziehung nichts im Weg!

Fotos: Cordes, Fotowerkstatt HAUM

Teile diesen Beitrag

2 thoughts on “Museum backstage: Something old, something new….

  1. Hallo liebes HAUM, habe mit Interresse Ihren Blog gesehen. Freue mich auf die Wieder Eröffnung,
    Mit besten Grüßen, Heike Osarko

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.