Begriff:
Der Begriff Lithografie stammt aus dem Griechischen und besteht aus zwei Wortteilen, zum einen „lithos“ griechisch für Stein und „graphein“ griechisch für schreiben.

Geschichte:
Die Lithografie gehört zu den „jüngeren“ Drucktechniken, obwohl auch sie bereits über 200 Jahre alt ist.
Aloys Senefelder hat sie im späten 18. Jahrhundert (um genau zu sein 1798) „erfunden“. Natürlich kann man bei Techniken schlecht von „erfinden“ reden, da es natürlich immer wieder Experimente mit dem Flachdruck gab und die Entwicklung zumeist ein fließender Prozess ist.
Senefelder unternahm von Beginn an Versuche, die Lithografien, die ursprünglich schwarz und weiß waren, auch als farbige Abdrucke zu ermöglichen.

Technik:
Lithografie ist ein Flachdruck-Verfahren. Anders als zum Beispiel beim Stempel, wo die erhöhten Flächen drucken oder bei der Radierung, wo die vertieften Linien gedruckt werden, ist bei der Lithografie alles auf einer Ebene. Und zwar auf einem Stein! Der Druckstock ist zumeist ein Solnhofener Kalkstein (aus Bayern), der sich besonders gut für das Druckverfahren eignet.

Der Stein wird bemalt oder bezeichnet. Dabei ist es wichtig, dass die Zeichenmittel einen hohen Fettgehalt haben. Im Anschluss wird er mit Chemikalien bearbeitet, so dass die bemalten Flächen Fett aufnehmen können und die freien Flächen dieses abweisen. Nun wird eine zähe fetthaltige Druckfarbe auf den Stein gewalzt und bleibt nur dort „hängen“, wo zuvor noch die Zeichnung war. Das Papier kann jetzt auf den Stein gelegt werden, und durch Druck (mit einer Druckpresse) wird die Druckfarbe auf das Papier übertragen.

Man kann von dem Stein sehr hohe Auflagen drucken, so dass diese Technik sehr populär für die Massenproduktion war, bis sie von industriellen Verfahren (wie dem Offset-Druck) abgelöst wurde. Lithografie wird heute eigentlich nur noch von Künstlern verwendet.

Farblithografie:
Durch die Nutzung von mehreren Steinen, wobei jeder Stein nur eine Farbpartie des Druckes trägt und dann nacheinander auf dasselbe Papier gedruckt wird, kann man mehrfarbige Druckergebnisse herstellen. Bereits Aloys Senefelder hatte bei der Erfindung der Technik im 18. Jahrhundert auch immer wieder an farbige Drucke gedacht und erste Versuche in diese Richtung unternommen.

 Abbildung: Otto Müller, Paar am Tisch, 1922-1925, Foto: Herzog Anton Ulrich-Museum

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