Begriff:
Der Begriff „Vanitas“ hat seinen Ursprung im Buch Kohelet im Alten Testament: Koh, 1,2: Hier wird „Vanitas“ mit „Windhauch“ oder mit „Eitel“ übersetzt. Der Text „Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch. Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich anstrengt unter der Sonne?“ wurde vor allem seit dem Mittelalter als Hinweis auf die Vergänglichkeit alles Irdischen gedeutet.
Von Geisteswissenschaftlern werden Thematiken, die sich mit der Vergänglichkeit des Lebens beschäftigen, sowohl in Literatur als auch in der Kunst als „Vanitas“ Motive bezeichnet.

Darstellung in der Kunst:
Neben so offensichtlichen Symbolen für die Vergänglichkeit des Lebens wie Totenschädel, Skelette und Sanduhren erfanden die Bildenden Künstler vor allem im 16. und 17. Jahrhundert neue Symbole, um auch die Vergänglichkeit der irdischen Güter ins Bild zu bannen.
Neue Bildmotive waren: Geld, Schmuck, Edelsteine für Reichtum und Jugendlichkeit, strahlend aussehende Personen für Schönheit.

Cornelis de Vos‘ Allegorie der Vergänglichkeit aller irdischen Güter (Ende der 1620er Jahre):
Der flämische Maler Cornelis de Vos (geb. 1584/85 in Hulst, gest. 1651 in Antwerpen) schuf mit dem Gemälde ein Kunstwerk, das zahlreiche dieser neuen Symbole vereint. Neben einer (nach dem damaligen Schönheitsideal) wunderschönen Frau, Goldarbeiten, Edelsteinen und Perlenketten springt dem Betrachter vor allem das Kind mit der Seifenblase ins Auge, die kurz vor dem Zerplatzen zu sein scheint. Auf dem bis zum Bersten gefüllten Sack mit Goldmünzen trampelt es achtlos herum.
Der melancholische Blick der Frau erinnert an die Stimmung, die die Besinnung auf die Vergänglichkeit durchaus hervorrufen kann.

Im 20. und 21. Jahrhundert:
In den 1980er Jahren entstand mit der Gothic Szene eine jugendliche Subkultur, die sich intensiv mit dem Tod und der Vergänglichkeit auseinandersetzt. Schwarze Kleidung, weiß geschminkte Gesichter und Modeaccessoires aus vergangenen Jahrhunderten sind heutige Symbole der Szene, die sich mit dem Thema der „Vergänglichkeit des Lebens“ auseinandersetzt.
Für viele Anhängerinnen und Anhänger der Szene ist das regelmäßige „Wave-Gotik-Treffen“ in Leipzig ein besonderes Ereignis. Mittlerweile versammeln sich hier jedes Jahr mehrere Tausend Anhänger der Szene.

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