Mit fünf bezaubernden Liebespaaren unserer Sammlung wünschen wir einen schönen Valentinstag!

Adam & Eva

 

Adam und Eva, Jacopo Palma, 1520 – 1522, Inv.-Nr. GG 453

Das laut Bibel erste Menschenpaar, die Stammeltern aller Menschen – Adam und Eva – sind eines der prominentesten Liebespaare der Welt. Auch in den heiligen Schriften von Juden und Muslimen ist ihre Geschichte verankert. Nackt wie Gott sie schuf lebten sie als einzige Menschen unbescholten im Paradies, bis die „listige Schlange“ Eva davon überzeugte, eine Frucht vom verbotenen Baum der Erkenntnis zu kosten. Insbesondere der Sündenfall und die damit verbundene Vertreibung aus dem Paradies dienten vielen Künstlern als Motiv, zum Beispiel für Michelangelos „Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies“ in der Sixtinischen Kapelle (1508–12) oder Albrecht Dürers Werk „Adam und Eva“ im Prado (1507).
In unseren Sammlungen finden sich ebenfalls zahlreiche Varianten des Themas, wie von Lucas Cranach dem Älteren (um 1518) oder Jacopo Palma, genannt Palma il Vecchio (um 1515/1520). Palma il Vecchios fast lebensgroße Darstellung begleitete unter dem Motto „Verführung garantiert“ als zentrales Werbemotiv die Neueröffnung unseres Museums im Oktober 2016. Damals wie heute gilt das „Paar der Paare“ als Inbegriff der Verführung.

Orpheus & Eurydike

Jan Claudius de Cock, Orpheus befreit Eurydike, 1700, Federzeichnung über Graphit, Inv.-Nr. Z 1427

Die tragische Geschichte von Orpheus und Eurydike wurde in zahlreichen Dichtungen, Opern, Theaterstücken und Kunstwerken behandelt. Kein Wunder, denn sie hat wirklich alles, was eine gute Geschichte braucht: Liebe, Helden und ein dramatisches (aber versöhnliches) Ende.
Orpheus, Sohn der Muse Kalliope und des Flussgottes Oiagros, war ein begnadeter Sänger, dem der Gott der Musik Apollon höchstpersönlich eine Leier schenkte. Die Nymphe Eurydike war Orpheus über alles geliebte Gattin. Doch schon kurz nach der Hochzeit starb sie durch einen Schlangenbiss. Daraufhin entschloss sich Orpheus in das Reich der Toten hinabzusteigen und Hades, den Herrscher der Unterwelt, zu bitten, ihm seine geliebte Eurydike zurückzugeben. Vor dem Thron des Hades kniend sang er zum Klang der Leier von seiner Liebe zu Eurydike. Die ganze Unterwelt war ergriffen von Orpheus Gesang; sogar die Rachegöttinen waren zu Tränen gerührt. Hades Gemahlin, Persephone, gewährte ihm schließlich seine Bitte, da seine große Liebe sie bewegt hatte. Seine durfte ihm Gattin in die Oberwelt folgen, jedoch war es ihm untersagt sich zu ihr umzudrehen bevor sie das Diesseits erreicht hatten. Orpheus machte sich auf den Rückweg in das Reich der Lebenden, doch zweifelte er, ob Eurydike wirklich seinen Spuren folgte. Vor Liebe und Sorge überwältigt drehte er sich schließlich doch zu ihr um. Da stand Eurydikes Geist vor ihm, doch als er seine Arme zu ihr ausbreitete, wich sie zurück in die Unterwelt. Er versuchte ihr zu folgen, doch dieses Mal ließ ihn der Fährmann am Ufer des Styx nicht passieren. Orpheus saß sieben Tage und Nächte am Ufer des Flusses und flehte die Bewohner der Unterwelt an, doch sie blieben unerbittlich. Schließlich kehrte er in die Heimat zurück, wo er drei Jahre in Einsamkeit verbrachte. Dann fand das Fest des Dionysos statt. Da Orpheus alle Frauen verschmähte, fielen sie während des Festes zornig über ihn her. Orpheus erlag letztendlich seinen Verletzungen und wurde von Vögeln und Nymphen, die alle jahrelang seinen traurigen Liedern gelauscht hatten, in schwarze Gewänder gehüllt und begraben. Orpheus Seele schwebte in das Reich der Toten hinab, wo seine geliebte Eurydike bereits auf ihn wartete und die beiden auf ewig vereint waren.
Diese Zeichnung „Orpheus befreit Eurydike“ des flämischen Künstlers Jan Claudius de Cock zeigt den Versuch des Orpheus, seine Eurydike aus der Unterwelt zu befreien.

Die heimliche Botschaft

François Boucher, Die heimliche Botschaft, 1767, Leinwand, Inv.-Nr. GG 808

Bei François Bouchers „Die heimliche Botschaft“ aus dem Jahr 1767 bleibt das Liebespaar anonym. Dennoch vereint das Rokokogemälde des Hofmalers Ludwigs XV. und Lieblingskünstler von dessen Mätresse, der Marquise de Pompadour, eine Vielzahl von Liebessymboliken: Eine junge Frau sitzt verträumt auf einem antik anmutenden, mit Putti verzierten Mauerfragment und liest inmitten eines urwüchsigen, sonnenüberfluteten Hains einen Liebesbrief, der ihr zuvor von einer Brieftaube überbracht wurde. Zu ihren nackten Füßen steht ein Korb mit Rosen; hinter ihr liegt ihr Strohhut. Die junge Dame erinnert an eine einfache Schäferin, wenngleich bei genauerer Betrachtung der edle Seidenstoff ihres Kleides, ihre grazile Körperhaltung und nicht zuletzt die Tatsache, dass sie den Brief selbst liest, eines Besseren belehren. Boucher zeigt ein idealisiertes, einfaches und unbeschwerte Hirtenleben erinnern, das in Kontrast zu der streng hierarchischen und reglementierten Lebensweise am königlichen Hof stand.

 

Tobias und Sara

Jan Steen, Die Hochzeit des Tobias, 1667 – 1668, Leinwand, Inv.-Nr. GG 313

Sara und Tobias – auch hierbei handelt es sich um eine Geschichte, die tragisch begann und schließlich doch ein gutes Ende fand. Nach dem Buch Tobit des Altes Testaments (Kap. 7-9) war Sara vom bösen Dämon Aschmodi beherrscht, der dafür verantwortlich war, dass ihre ersten sieben Ehemänner jeweils in der Hochzeitsnacht verstarben. Auch vor der Hochzeit mit Tobias waren Saras Eltern besorgt, sodass der Vater dem zukünftigen Bräutigam seiner Tochter ein Grab aushob. Tobias jedoch hatte mit Hilfe seines Schutzengels Raphael ein Mittel gegen den Fluch gefunden: Durch das Verbrennen von Herz und Leber eines Fisches, der ihn zuvor im Fluss Tigris angefallen hatte, konnte er den Fluch besiegen. Nachdem alle Zweifel ausgeräumt waren, feierten Sara und Tobias zwei Wochen nach ihrer Hochzeit ein großes Fest.
Dieses Fest wird auf dem Gemälde „Die Hochzeit des Tobias“, das Jan Steen um 1667 malte, bereits in Form eines großen Weinfasses angedeutet. Das Gemälde greift die Spannung zwischen den Zweifeln des Hochzeitspaares auf der einen und dem Treueschwur auf der anderen Seite auf. Adam und Eva als Symbol für die „erste eheliche Verbindung der Menschheit“ finden sich auf einem Gemälde über den beiden Hauptfiguren und unterstreichen einmal mehr die tiefe Verbundenheit der Liebenden.

 

Sitzendes Liebespaar

Sitzendes Paar, China, Qing-Zeit (1616-1911), 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts

Die Darstellung von Liebenden erfreut(e) sich kulturübergreifend großer Beliebtheit. Dieses Liebespaar stammt aus China: Die Figurengruppe wurde in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts aus Ton gefertigt – allerdings nicht für den asiatischen Markt, sondern speziell für den Export nach Europa. Der intim-erotische Charakter dieser liebevollen Szene war für China eher ungewöhnlich. Die Dame sitzt auf dem Schoß ihres Geliebten, der mit beiden Armen ihre Taille umfasst. Sie legt ihren Arm vertraut um seine Schulter. Das aufwendig gekleidete Liebespaar ist ganz ineinander versunken und scheint die Welt um sich herum zu vergessen.

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