Museumswiki: Porzellan

Nachdem das „weiße Gold“ von September bis Dezember 2017 im Zentrum unserer Sonderausstellung „Porcelaine royale. Napoleons Bedeutung für Sèvres und Fürstenberg“ stand, haben wir uns auf den Weg zur Manufaktur Fürstenberg gemacht, um der Frage nachzugehen: Was genau ist Porzellan eigentlich? Begriff: „Porzellan“ leitet sich vom italienischen Wort „porcella“ ab, das früher eine porzellanähnliche Seemuschel bezeichnete. Der englische Begriff für Porzellan „China“ kommt nicht von ungefähr: Der Seefahrer Marco Polo (1254–1324) soll den Begriff geprägt haben, als er einige Exemplare von seinen Reisen mitbrachte und dachte, dass die Chinesen aus dieser Seemuschel das „Porzellan“ herstellten. Herkunft: Porzellan als Produkt ist den Chinesen bereits seit der Hochzeit der westchinesischen Kulturen (1122…

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Museums-Wiki: Keroplastik

Ein bekanntes Beispiel für Wachsbildnerei oder Keroplastik sind die Wachsfigurenkabinette, die es auf der ganzen Welt zu bestaunen gibt. Die realistische Darstellung der Personen ist mit dem weichen Material, aus dem sie geschaffen worden sind, zu erklären: dem Wachs. Begriff: Wachsbildnerei oder Keroplastik (altgriechisch: κέρος / keros, dt: „Wachs“) bezeichnet die Kunst, Objekte aus Wachs zu modellieren, zu gießen oder auch Wachsplastiken herzustellen. Geschichte: Jahrhundertelang wurde Wachs in erster Linie für die Herstellung von Kerzen und Siegel benutzt. Aber schon in der Antike wurde das weiche Material auch für plastische Arbeiten verwendet: es wurden Totenmasken gefertigt, die auch als Erinnerungsbilder dienten. In der Renaissance entdeckten Künstler diesen Brauch wieder und…

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Museums-Wiki: Virginal

Begriff Der Begriff „Virginal“ leitet sich einerseits von dem lateinischen Wort „virga“ (dt. „Stab“ oder „Ast“) ab, was sicherlich auf die rechteckige, kastenartige Form zurückzuführen ist. Andererseits ist bei dem Wortursprung auch an den lateinischen Begriff „virgo“ (dt. „Jungfrau“ oder auch „Mädchen“) zu denken. Er bezieht sich zum einen darauf, dass das Instrument überwiegend von jungen Mädchen gespielt wurde. Zum anderen erklingen hohe Töne, die an eine helle Frauenstimme erinnern. Mit klaren Tönen verbindet sich der Gedanke von Reinheit, die traditionell mit „Jungfräulichkeit“ gleichgesetzt wird. Technik Virginale gehören der Gruppe der Kielinstrumente an, zu denen auch das Spinett und das Cembalo zählen. Es unterscheidet sich von ihnen durch seine rechteckige…

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Museums-Wiki: Fayence

Begriff: Der französische Begriff „Fayence“ leitet sich von der italienischen Stadt Faenza ab. Es handelt sich um ein keramisches Erzeugnis, das dem Teilbereich der „Majolika“ zugeordnet wird. Geschichte: Die ersten Fayencen entstanden 500 v. Chr. in Mesopotamien und wurden dann aus dem arabischen Raum nach Spanien importiert, wo sich der Name „Majolika“ formierte. Doch die zinnglasierte Keramik war nicht nur bei den Spaniern beliebt. Ab dem 14. Jahrhundert gründeten sich in mehreren italienischen Städten Produktionszentren, u.a. in der norditalienischen Stadt Faenza. Hier wurde um die Mitte des 16. Jahrhunderts eine entscheidende Änderung in der Gestaltung vorgenommen: Die üppigen, flächenfüllenden Majolika-Dekore wichen zu Gunsten einer zurückhaltenden, polychrom bemalten oder weiß-blauen Keramik….

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Museums-Wiki: Majolika

Unser Museumsnamensgeber Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Lüneburg (1633-1714) war ein Freund von schönen Dingen und sammelte leidenschaftlich gerne Kunst. Ihm haben wir im Wesentlichen auch unsere umfangreiche Majolika-Sammlung zu verdanken, die etwa 850 Objekte umfasst. Bei der Wiedereröffnung im Herbst 2016 werden die bedeutendsten Stücke ihren Platz in der neuen Dauerausstellung finden. Doch was ist eine Majolika eigentlich? Hier kommen die wichtigsten Fakten der Keramikgattung, die in jede gut sortierte fürstliche Sammlung gehörte. Begriff: Die Bezeichnung Majolika entstammt dem altitalienischen Namen für die Baleareninsel Majorca (Mallorca). Ab dem 13. Jahrhundert wurden dort einst Fayencen gefertigt und nach Italien exportiert. Mit Majolika ist zinnglasierte Keramik gemeint, die speziell im Italien des…

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Museums-Wiki: Apokryphe Schriften

Begriff: Als apokryph (altgriechisch: ἀπόκρυφος/apokryphos, auf deutsch „verborgen“) bezeichnet man bestimmte Schriftstücke, die unter Theologen in den vergangenen Jahrhunderten für reichlich Zündstoff sorgten und Anlass zu erhitzten Debatten gaben, sodass sie häufig aus den religiösen Schriften ausgeschlossen wurden. Grund dafür konnte sein, dass die Originale nur in Bruchstücken oder gar nicht erhalten bzw. bekannt waren, es sich um neuere Schriften handelte oder sie aus religionspolitischen Gründen nicht anerkannt wurden. Die Begriffsbedeutung geht ursprünglich auf die Gnostiker (eine konträr zur Großkirche stehende religiösen Strömung) zurück, die ihre Lehren vor der Kirche geheim halten wollten und sie deswegen als „verborgen“ („apokryph“) kennzeichneten. Entstehungsgeschichte: Angefangen hatte alles mit der Kanonisierung des jüdischen Tanach…

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Museums-Wiki: Farblithografie

Begriff: Der Begriff Lithografie stammt aus dem Griechischen und besteht aus zwei Wortteilen, zum einen „lithos“ griechisch für Stein und „graphein“ griechisch für schreiben. Geschichte: Die Lithografie gehört zu den „jüngeren“ Drucktechniken, obwohl auch sie bereits über 200 Jahre alt ist. Aloys Senefelder hat sie im späten 18. Jahrhundert (um genau zu sein 1798) „erfunden“. Natürlich kann man bei Techniken schlecht von „erfinden“ reden, da es natürlich immer wieder Experimente mit dem Flachdruck gab und die Entwicklung zumeist ein fließender Prozess ist. Senefelder unternahm von Beginn an Versuche, die Lithografien, die ursprünglich schwarz und weiß waren, auch als farbige Abdrucke zu ermöglichen. Technik: Lithografie ist ein Flachdruck-Verfahren. Anders als zum…

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Museums-Wiki: Vanitas

Begriff: Der Begriff „Vanitas“ hat seinen Ursprung im Buch Kohelet im Alten Testament: Koh, 1,2: Hier wird „Vanitas“ mit „Windhauch“ oder mit „Eitel“ übersetzt. Der Text „Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch. Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich anstrengt unter der Sonne?“ wurde vor allem seit dem Mittelalter als Hinweis auf die Vergänglichkeit alles Irdischen gedeutet. Von Geisteswissenschaftlern werden Thematiken, die sich mit der Vergänglichkeit des Lebens beschäftigen, sowohl in Literatur als auch in der Kunst als „Vanitas“ Motive bezeichnet. Darstellung in der Kunst: Neben so offensichtlichen Symbolen für die Vergänglichkeit des Lebens wie Totenschädel, Skelette und Sanduhren erfanden…

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Museums-Wiki: Muse

Muse (die griechische: Μοῦσα, nicht die 1994 gegründete britische Grammy-prämierte Rockband, auch wenn letztere bei einer Google-Suche als erster Treffer ausgespuckt wird), wird eine Schutzgöttin der Kunst und Wissenschaft aus der griechischen Mythologie genannt. Ursprung und Wirken: Es gibt sie in verschiedenen Varianten – pireisch, appollonisch, titanisch und olympisch -, am bekanntesten ist heutzutage die von Hesiod im 6. Jahrhundert vor Christus in seiner Theogonie (Entstehungsgeschichte der Welt und der Götter) beschriebene olympische Variante. Demnach gibt es neun Musen, die als Töchter von Göttervater Zeus und Mnemosyne, der Göttin der Erinnerung, geboren wurden (Angeber-Wissen: sie werden nicht nur olympische Musen, sondern nach ihrer Mutter auch Mnemoniden genannt). Als Heimat der…

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Museums-Wiki: Bankett

Bankett – französisch auch Banquet genannt: kurz gesagt ein aufwändiges Festessen in größerem Umfang mit einer Vielzahl an teilnehmenden Personen. Meyers großes Konversationslexikon verweist auf die historische Funktion als feierliche Mahlzeit am Königshof mit versammeltem Hof und im Angesicht des Volkes. (zum Nachlesen: Meyers großes Konversationslexikon, 1905, „Bankett“) Auch heute noch nimmt das „Staatsbankett“ sowohl national als auch international eine wichtige Rolle ein. Staatsbankette werden nicht nur zu Ehren ranghoher Politiker abgehalten, sondern auch zu Ehren einer Königin oder eines Königs, so wie kürzlich erst anlässlich des Besuches der Queen in Berlin. Die Bankette folgen immer einem strengen Protokoll, das im Vorfeld intensiv abgestimmt werden muss. In der Bundesrepublik Deutschland…

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