In dieser Woche geben wir Ihnen ein paar Anregungen, wie Sie auf einer idyllischen Gartenparty einen Art-Talk anstossen können:

„Ach, diesen hervorragend gestalteten Garten (wenn Sie in besonderer Plauderlaune sind, könnten Sie noch einen Halbsatz einfließen lassen: „Sie müssen mir unbedingt den Kontakt von Ihrem Gartengestalter nennen!“) würde eine Skulptur, wie beispielsweise ein schreitender Mars in der Manier von Giambologna komplettieren! Damit würde sich ein anregender Höhepunkt zwischen den geometrisch angelegten immergrünen Gewächsen ergeben.“

Zur Erklärung hier ein paar Hintergrundinformationen:
Der schreitende Mars war ein überaus beliebter Skulpturentypus, der Ende des 16. Jahrhunderts von Giovanni da Bologna (1529-1608), genannt Giambologna, erfunden wurde. Giambologna schuf  Bronzeskulpturen, die in der Kunstgeschichte als herausragende dreidimensionale Werke des 16. Jahrhunderts gelten. Ganz im Sinn der Renaissance, die sich an der Antike orientierte, steht bei Giambologna der nackte menschliche Körper im Zentrum vieler seiner Werke. Die Bewegungsabläufe, das Muskelspiel und die feinen Details wie die Haarlocken zeigen sein Können.  Die Figur des Kriegsgottes Mars bot sich für eine solche Bilderfindung an, der muskulöse und kraftvolle Körper ist ein Teil der Identität des Gottes.
In der barocken Skulptur stehen die Bewegungsabläufe noch stärker im Zentrum, ein stürmischer Bewegungsdrang kann an vielen der Werke dieser Zeit betrachtet werden. Kämpfe und Liebesreigen aus der antiken Mythologie boten hierfür die idealen Geschichten.

Für alle aufmerksamen Zuhörer Ihres Monologes, die nach einem Vergleichswerk fragen, haben Sie auf Nachfragen natürlich eines parat:

„Eine Skulptur des Mars, die direkt aus der Werkstatt Giambolognas stammt, können Sie ab September 2016 im Herzog Anton Ulrich-Museum bewundern. Diese kleinformatige Bronze verdeutlicht den Stil und die Handschrift des bekannten Renaissancekünstlers in konzentrierter Form. Die Kleinformatigkeit ermöglichte dem zeitgenössischen Betrachter zudem das Drehen und Wenden der Skulptur, denn, wie Sie dann beim Besuch feststellen werden: die hervorragend eingefangene Dreidimensionalität ergibt immer wieder neue  überraschende Perspektiven.“

3 thoughts on “How to impress… mit Giambologna bei der Gartenparty

  1. Ich danke Ihnen für den tollen Beitrag. Diese Bronzeskulpturen sind wirklich etwas Besonderes. So etwas Edles hat nicht jeder im Garten stehen. Eine Anschaffung die sich für Liebhaber auf jeden Fall lohnt.

  2. Lieber Olaf, vielen Dank für die positive Rückmeldung! Ja, ein solches Stück ist wirklich etwas Besonderes und wir sind froh, dass es bei uns in der Sammlung ist. In der neuen Dauerausstellung wird die Bronzeskulptur einen schönen Platz bekommen. Viele Grüße, Melpomene

  3. Wirklich schöner Beitrag, vielen Dank dafür. Als begeisterter Kunstliebhaber bin ich immer auf der Suche nach interessanten Beiträgen. Ich denke eine Skulptur wird definitiv meine nächste Anschaffung.

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