Wie der Vater so die Söhne – ein Slogan, der für die bekannte Künstlerfamilie der Brueg(h)els (alternative Schreibweisen Bruegel oder auch Breugel) durchaus gelten kann.

„Bauern-Bruegel“, „Höllen-Brueghel“, „Blumen-Brueghel“ oder auch Pieter Bruegel der Ältere, Pieter Brueghel der Jüngere und Jan Brueghel sind die drei bekanntesten Mitglieder und gleichzeitig auch Gründer der wohl prominentesten Malerdynastie des 17. Jahrhunderts.

Ansässig in Antwerpen, im damaligen flämischen Brabant (heute Flandern), machte sich Pieter Bruegel der Ältere (1525/30 – 1569) vor allem mit seinen bäuerlichen und christlichen Szenen einen Namen. Seine „Wimmelbilder“ zeichnen sich durch eine große Zahl an Figuren und Szenen aus, die erst bei genauerem Hinsehen entschlüsselt werden können. Hier verbargen sich auch politische, regimekritische Aussagen, beispielsweise lehnte er sich gegen die spanische Herrschaft im damals besetzten Antwerpen auf.
Nach seinem Tod im Jahr 1569 war die Nachfrage nach seinen Werken besonders hoch. Bis die 1565 und 1568 geborenen Söhne Pieter und Jan das Alter erreicht hatten, um die Werkstatt selbst zu führen, sorgten die Frauen der Familie Brueghel (Ehefrau und Mutter Pieters) für den Erhalt der Werkstatt und dafür, dass der Bilderfluss an Bruegel-Werken nicht abriss.
Obwohl sich die damalige zeitgenössische Kunstszene mit Vertretern wie Rembrandt oder Rubens längst verändert hatte, führte Pieter Brueghel der Jüngere (1565 – 1638) die Werkstatt nach seiner Übernahme erfolgreich weiter. Er machte aus der immer noch steigenden Nachfrage ein Geschäftsmodell und kopierte in seiner Werkstatt die Bildmotive seines Vaters mit leichten Variationen.

Die frisch restaurierte Braunschweiger „Kreuztragung Christi“ ist eine solche Bilderfindung aus dem Jahr 1629 und die bisher jüngste bekannte Version von insgesamt 20 Werken mit dem gleichen Motiv.

Jan Brueghel (1568 – 1625), Bruder des jüngeren Pieters, entdeckte als Künstler ein anderes Thema für sich: er wurde als sogenannter „Blumen-Brueghel“ bekannt. Seine Blumenstillleben erfreuten sich im 17. und 18. Jahrhundert großer Beliebtheit und statteten so manchen herrschaftlichen Salon aus. Jan entwickelte im Lauf seines Schaffens einen eigenen Stil. Als sogenannter „Sammet-Bruegel“ waren seine Werke für die genaue Wiedergabe stofflicher Qualitäten bekannt und auch seine realistischen Landschaftsdarstellungen waren für die Kunst des 17. Jahrhunderts wegweisend.
Aus der letzten Generation der Maler-Dynastie traten fünf von insgesamt sieben männlichen Nachkommen in die Fußstapfen der beiden Pieters und Jans. Bis heute sind vor allem Jan Pieter, Abraham und Ambrosius als Maler barocker Blumenstillleben bekannt.
In den rund 150 Jahren der Brueg(h)el Dynastie erreichte jedoch keiner der Nachkommen die Bedeutung und den Einfluss für die flämische Malerei wie Pieter Bruegel der Ältere, dessen Einfluss bis heute unbestritten ist.

Hier einmal eine Übersicht über die „brueg(h)elschen“ Familienverhältnisse:

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