Max Beckmann war ein Braunschweiger? Kaum einer weiß es, doch es stimmt! Trotz seines Geburtsortes Leipzig sah sich der Künstler zeitlebens als echter Braunschweiger. Und er hatte gute Gründe dazu: Blickt man auf Beckmanns Familie, zeigt sich, dass sie schon Jahrzehnte lang im Braunschweiger Land verwurzelt war. Die Großeltern stammten aus Bornum, die Mutter war in Königslutter geboren. An ihrem Geburtshaus in direkter Nähe zum Marktplatz befindet sich heute sogar eine Tafel, die darauf verweist. Sein Vater wuchs derweil in Helmstedt auf. So ist es kaum verwunderlich, dass auch Max Beckmann die Region um Braunschweig und die Stadt selbst als Heimat betrachtete. Schließlich verbrachte der junge Künstler mehrere Jahre in der Löwenstadt. Prägende Jahre, denn hier fanden seine ersten künstlerischen Gehversuche statt, wie sein erstes Skizzenbuch zeigt. Beckmann, der an schulischen Aufgaben zunehmend scheiterte, kehrte hier in der Jahn’schen Realschule der gutbürgerlich soliden Laufbahn endgültig den Rücken zu, um Künstler zu werden.

„[…] die Nachtwache finde ich langweilig, ich finde alle können nicht gegen sein [Rembrandts] Braunschweiger Familienportrait an.“
– Max Beckmann

Rembrandt Harmensz. van Rijn, Familienbild, um 1665-68, Leinwand, HAUM Fotowerkstatt

Max Beckmann, der Braunschweiger

In unmittelbarer Nähe zum Wohnsitz der Familie im Sandweg (heute Magnitorwall) befand sich natürlich schon damals das Herzog Anton Ulrich-Museum, dessen Ausstellungsstücke ihn nachhaltig beeindruckt haben. Insbesondere Rembrandts Familienportrait hatte es ihm  – verständlicherweise – angetan. Beckmann war nicht nur in seiner Jugend in Braunschweig. Auch in späteren Jahren nutzte er Gelegenheiten, die Löwenstadt zu besuchen und schien sich malerisch immer wieder inspiriert zu fühlen. Dass sich Beckmann zeitlebens als echter Braunschweiger sah, bezeugt aber besonders ein Fakt ganz deutlich: Seine Motivation, die zur Hochzeit nötige Abstammungsurkunde nicht etwa aus Leipzig, sondern aus Braunschweig anzufordern.

Rückkehr nach Braunschweig

2020 wird Beckmann ein weiteres Mal in die Löwenstadt zurückkehren! Im Herzog Anton Ulrich-Museum werden Beckmanns Werke vom 25. Oktober 2020 bis 7. Februar 2021 in einer großen Ausstellung zu sehen sein. Einen ersten Blick auf eines von Beckmanns Werken kann man aber schon zwischen dem 6. und 14. April 2019 erhaschen! In der Aktionswoche wird unsere Beckmann-Neuerwerbung „Landschaft mit See“ bei vergünstigtem Eintritt (Erw. 5 €, Kinder kostenlos) in der Gemäldegalerie zu sehen sein. Dazu gibt es zahlreiche Sonderführungen und Vorträge.

*Aus bildrechtlichen Gründen können wir Ihnen leider keine Abbildung des neuerworbenen Beckmanns „Landschaft mit See“ präsentieren.


Titelbild: Blick in die Gemäldegalerie im Herzog Anton Ulrich-Museum, HAUM Fotowerkstatt

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