Spaß und Reue, oder: Matthäus Schwarz – die wilden Jahre

Matthäus Schwarz war wohl von Anfang an kein Kind von Traurigkeit. Dabei war es sicher auch nicht gerade hilfreich, dass er 1504, im Alter von 7 Jahren, kurzzeitig im Dienst des kaiserliche Hofnarren Kunz von der Rosen stand. Offenbar blieb es nicht bei kleinen Unhöflichkeiten, denn schon im folgenden Jahr sahen sich die entnervten Eltern gezwungen, den „besen strick“ (den bösen Kerl) zur Erziehung aufs Land zu schicken. Nach einem knappen Jahr hatte der 9-jährige Matthäus genug von seinem strengen Erzieher: Er lief davon und schlug sich als Sänger und Kuhhirte bis nach Augsburg durch. Nach Schulbesuch und Lehrzeit bei seinem Vater begann sich Matthäus aber auch für anderes zu interessieren…

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Vom Bürger zum Edelmann, oder: Kleider machen Leute

Berühmt berüchtigt Matthäus Schwarz wurde am 20. Februar 1497 in eine bekannte Augsburger Familie geboren. Der Name Schwarz war zu diesem Zeitpunkt aber wohl nicht nur berühmt, sondern auch berüchtigt. Am 14. April 1478, also nicht einmal 9 Jahre vor Matthäus´ Geburt wurde sein Großvater Ulrich in Augsburg gehängt. Dieser Ulrich „der Ältere“ hatte als Bürgermeister versucht die Machtverhältnisse in Augsburg zugunsten der Handwerkerzünfte zu verschieben. Damit hatte er die Patrizier, den städtischen Adel, gegen sich aufgebracht und die Rache für seine Aktivitäten war das Todesurteil von 1478. Das klingt nach nicht gerade idealen Voraussetzungen für eine Karriere in der Reichsstadt. Bereits Ulrich der Jüngere, Matthäus´ Vater war jedoch ein…

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Vom Lehrling zum Hauptbuchhalter, oder: Einmal Augsburg – Venedig und zurück

Im Jahr 1514 begann ein junger Kaufmann aus Augsburg damit, ein ungewöhnliches Tagebuch anzulegen. Er beschloss, fortan die kostbaren, zuweilen extravaganten Kleidungsstücke zu dokumentieren, die er für sich fertigen ließ. Der Name dieses jungen Mannes war Matthäus Schwarz; und er sollte das Projekt seines klaidungsbuechlins für die nächsten 46 Jahre seines Lebens weiterverfolgen. 1514 war Matthäus gerade 17 Jahre alt und arbeitete im Weinhandel seines Vaters. Auf Reisen nach München und an den Bodensee hatte er bereits Süddeutschland kennengelernt. Aber er wollte mehr sehen und schreibt: „Meyne sinn stonden mir in fremde land.“ Noch im selben Jahr 1514 sollte dieser Wunsch wahr werden. Im Oktober trat Matthäus die lange Reise nach…

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Dressed for Success

Das klaidungsbuechlin des Matthäus Schwarz, oder: Der erste Selfie-Blogger? Im Jahr 1520 begann ein junger Kaufmann aus Augsburg damit, ein ungewöhnliches Tagebuch anzulegen. Er beschloss fortan die kostbaren, zuweilen extravaganten Kleidungsstücke zu dokumentieren, die er für sich fertigen ließ. Der Name dieses jungen Mannes war Matthäus Schwarz und er sollte das Projekt des klaidungsbuechlins für die nächsten 40 Jahre seines Lebens weiterverfolgen. In dieser Zeit entstanden 125 Miniaturen, die Schwarz insgesamt 137 Mal zeigen.

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Ansichten des Ichs – Künstlerselbstbildnisse

Selbstbildnisse sind ein besonderes künstlerisches Mittel der Analyse, der Erkenntnis und der Repräsentation: wie zeige ich mich, was möchte ich offenbaren, welche Äußerlichkeiten oder inneren Zustände dokumentieren? Zahlreiche Kunstschaffenden haben sich diese herausfordernde Aufgabe gestellt. In einem Raum der aktuellen Sonderausstellung Kunst setzt Zeichen sind rund 60 solcher Selbstporträts zu sehen. Thematisch gegliedert führen sie die zahlreichen Möglichkeiten der Darstellung des eigenen Ichs anschaulich vor Augen.

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