Heute widmen wir uns in der Kategorie „How to impress“ einem Feld, mit dem Sie wirklich in die Tiefen des „Art-Talk“ eintauchen: der klassischen Moderne, speziell der abstrakten Kunst! Die Meisterdisziplin für den Art-Talk – im richtigen Rahmen können Sie hier garantiert mit einem gekonnt platzierten Spruch punkten und werden auf beeindruckte Zuhörer treffen – aber Vorsicht: Nachfragen möglicher „Mitwisser“ sind hier doch recht wahrscheinlich, dann ist ihre Schlagfertigkeit gefragt.

Die Werke des russischen Künstlers Wassily Kandinskys bieten sich hierfür sehr gut an. Beispielsweise könnten Sie in einer Pause beim Konzertbesuch den Small-Talk beim Gläschen Sekt (15 min. können schon sehr lang werden) mit einem Spruch zur Bildenden Kunst auf neues Terrain lenken:

„Also diese Symphonien rufen in mir Erinnerungen und Bilder an Wassily Kandinskys Kompositionen hervor, die abstrakte Formen zu einem gemeinsamen Klang zusammenführen. Wenn Sie das nächste Mal vor einem Werk des russischen Künstlers stehen, beispielsweise der hervorragenden Farblithografie (eine Erklärung dieser grafischen Technik gibt es in Kürze in unserem Wiki) „Kleine Welten IV“ im Kupferstichkabinett des Herzog Anton Ulrich-Museums, dann können Sie sich an die klassischen Symphonien erinnern und können den Klang des Bildes nachempfinden – ein wunderbares Zusammenspiel.“

Tatsächlich suchte der 1866 geborene russische Künstler Wassily Kandinsky in seinen Werken nach einem inneren Klang seiner Werke. Kandinsky folgte damit seinem entwickelten Leitsatz, beim Schaffensprozess nur auf die innere Notwendigkeit zu hören und so zu einer Vergeistigung der Gesellschaft beizutragen.

In seiner 1911 veröffentlichten kunsttheoretischen Schrift „Über das Geistige in der Kunst“ führt er diesen Ansatz detailliert aus.

Falls während der 15 minütigen Pause noch weitere Fragen zu dem Gesamtwerk des Künstlers kommen, können Sie mit folgender Formulierung Wissenswertes an die Frau oder den Mann bringen:

„Das Ende des Ersten Weltkriegs markiert einen wichtigen Punkt in Kandinskys Gesamtwerknach 1918 widmet er sich verstärkt geometrischen Formen, vor allem während seiner Zeit am Bauhaus. Die Grafikmappe „Kleine Welten“ aus der auch das abgebildete Werk und weitere Blätter im Herzog Anton Ulrich-Museum stammen, markiert einen Höhepunkt in seinem künstlerischen Schaffen. Hier findet Kandinsky zu einer spannungsvoll-dynamischen und auch ausgewogenen Komposition, die den inneren Klang zum Ausdruck bringt.“

Abbildung: Wassily Kandinsky, Kleine Welten IV, 1922

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