Muse (die griechische: Μοῦσα, nicht die 1994 gegründete britische Grammy-prämierte Rockband, auch wenn letztere bei einer Google-Suche als erster Treffer ausgespuckt wird), wird eine Schutzgöttin der Kunst und Wissenschaft aus der griechischen Mythologie genannt.

Ursprung und Wirken:
Es gibt sie in verschiedenen Varianten – pireisch, appollonisch, titanisch und olympisch -, am bekanntesten ist heutzutage die von Hesiod im 6. Jahrhundert vor Christus in seiner Theogonie (Entstehungsgeschichte der Welt und der Götter) beschriebene olympische Variante. Demnach gibt es neun Musen, die als Töchter von Göttervater Zeus und Mnemosyne, der Göttin der Erinnerung, geboren wurden (Angeber-Wissen: sie werden nicht nur olympische Musen, sondern nach ihrer Mutter auch Mnemoniden genannt). Als Heimat der Musen werden alternativ die Quelle Hippokrene am Berg Helikon oder die Quelle Kastalia auf dem Berg Parnass genannt.
Die Musen werden von Hesiod als singende und tanzende Göttinen dargestellt, die vom Gott Apoll angeführt werden. Im Laufe der Zeit wurden sie zu Beschützerinnen allen geistigen Lebens mit festgelegten Zuständigkeiten, z.B. Klio als Muse der Geschichtsschreibung, Urania als Muse der Astronomie oder  Thalia als Muse der Komödie.

Liste der neun olympischen Musen (laut Hesiod):
Erato, Euterpe, Kalliope, Klio, Melpomene, Polyhymnia, Terpsichore, Thalia, Urania

Heilige Stätten:
Die Heiligtümer der Musen nennt man: Museion, zu deutsch: Museum.
(So eines wie das Herzog Anton Ulrich-Museum, das wir 2016 wieder eröffnen. Was für ein Zufall!)

Warnung:
Obschon die Anrufung der Musen gern gesehen ist, reagieren sie äußerst empfindlich auf direkte Konkurrenz. Wer sich anmaßt, sie zu einem Sangeswettstreit herauszufordern, hat nach seiner Niederlage – die mit 100%iger Wahrscheinlichkeit eintreten wird – mit strenger Bestrafung zu rechnen. So geschehen z.B. mit den Sirenen, die nach dem verlorenen Duell ihre Federn lassen mußten (die Musen flochten sich daraus Kränze). Noch schlimmer traf es den Sänger Thamyris: Ein vielgerühmter Künstler, der von seinen Fähigkeiten so überzeugt war, dass er als Preis für seinen sicher geglaubten Sieg sogar eine der Musen ehelichen wollte. Die Damen waren daraufhin so erzürnt, dass sie ihn nicht nur mit Blindheit schlugen, sondern ihm auch noch die Stimme raubten.

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